Die europäischen Gaspreise steigen mit sinkenden Temperaturen

 

Die Erdgasaufbereitung ist ein wichtiger Schritt bei der Erdgasnutzung. Laut einem Bericht aus Rio de Janeiro vom 12. Oktober im Petroleum World Journal hofft Brasilien, durch die Gewinnung großer Erdgasverbraucher den bald öffnenden Erdgasmarkt zu stabilisieren. Dieses Vorhaben wird jedoch durch den Prozess der Marktöffnung und das langsame Wirtschaftswachstum erschwert.

Brasiliens Erdgasbedarf ist stark vom Industrieverbrauch abhängig; fast die Hälfte des nationalen Bedarfs entfällt auf die Industrie, da die Erdgasreserven für Heizungszwecke begrenzt sind. Das brasilianische Ministerium für Bergbau und Energie gab jedoch an, dass die Nachfrage nach industriellem Erdgas bestenfalls stagniert und zwischen 2011 und 2018 zwischen 40 und 43 Millionen Kubikmetern lag, 2019 bei 37 Millionen Kubikmetern pro Tag und bis zum Ausbruch der COVID-19-Pandemie bei 36 Millionen Kubikmetern pro Tag. Der Anteil der Industrie am BIP ist ebenfalls gesunken, von 48 % im Jahr 1985 auf 21 % im Jahr 2019.

Große Energie- und Erdgasverbraucher setzen große Hoffnungen in den am 1. Januar eröffneten Erdgasmarkt des Landes. Sie erhoffen sich dadurch einen verstärkten Wettbewerb auf dem Angebotsmarkt, sinkende Preise und somit eine steigende Erdgasnachfrage. Laut einer aktuellen Studie des CNI könnte es jedoch einige Zeit dauern, bis sich die Regulierung etabliert und die Marktliquidität entwickelt hat. In der ersten Phase des neuen Marktes könnten die Preise sogar steigen, da Petrobras seine Monopolstellung als Lieferant verliert.
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Antonio Souza, Analyst bei einem ausländischen Beratungsunternehmen, sagte, dass aufgrund der hohen Kosten im Land die Industrien, die die entsprechende Menge an Erdgas benötigen und möglicherweise sogar auf Erdgas umsteigen, noch nicht umgestiegen seien.
Angesichts des vergleichsweise schwachen Wirtschaftswachstums in Brasilien fällt es großen Energieverbrauchern schwerer, ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Laut Daten des brasilianischen Instituts für Geographie und Statistik (IBGE) wuchs das brasilianische BIP in den zwölf Monaten bis zum 30. September um 1,8 %. Dies liegt unter dem vom Internationalen Währungsfonds (IWF) prognostizierten Durchschnitt von 6,3 % für Entwicklungsländer bzw. den von der Weltbank prognostizierten 5,2 %. Bereits 2018 und 2019 betrugen die Wachstumsraten 1,8 % bzw. 1,1 % und lagen damit hinter anderen Ländern mit vergleichbarem Entwicklungsstand zurück.

 


Veröffentlichungsdatum: 15. Oktober 2021